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Sie hauchen dem Bergdorf neues Leben ein

Der Liebe wegen zog der Steuerberger Kasper Nickles ins italienische Aupa-Tal. Mit seiner Frau Marina lebt und arbeitet er im Bergdorf Dordolla.

 

Foto © Graimann Kasper Nickles mit Marina und den Kindern Cosme und Josef

Wenn man vor einigen Jahren dem ehemaligen Steuerberger Kasper Nickles gesagt hätte, dass sein weiteres Leben in einem italienischen Bergdorf im Nirgendwo stattfinden wird, hätte er ungläubig den Kopf geschüttelt. Aber wie es so oft ist, bringt die Liebe vieles zustande, das sonst schwer möglich wäre.

Bei einer Veranstaltung in Kärnten traf er Marina Tolazzi aus Val Aupa bei Moggio in Udinese in den Julischen Voralpen, die er sechs Monate später heiratete. Schon die gemeinsame Hochzeitsreise war außergewöhnlich, diese führte sie 2005 von Kärnten zu Fuß in die neue Heimat, das Bergdorf Dordolla. Dort lebt er nun im Weiler Drentus mit seiner Frau und seinen beiden Kindern Cosme (2) und Josef (1). Besonders außergewöhnlich ist die Lebensweise, die Kasper Nickles mit seiner Familie, in diesem stark von der Abwanderung betroffenen italienischen Bergdorf umsetzt. Als studierter Landwirt hat er es sich zum Ziel gesetzt, diesem Ort durch die Bewirtschaftung der Anbauflächen und durch das Züchten seltener Schafrassen wieder neues Leben einzuhauchen. Dass dort besonders die Handarbeit gefragt ist, ist aufgrund der steilen Hänge klar.

Veränderungen

Seine Frau Marina, die hier aufgewachsen ist und ursprünglich als Radiojournalistin gearbeitet hat, teilt mit ihrem 31-jährigen Mann diesen Idealismus, denn seit die beiden in diesem Dorf leben und arbeiten, hat sich sichtbar einiges verändert. Nun gibt es dort wieder Mais, Bohnenfelder und Kartoffelfelder sowie Viehwirtschaft. „Die Einwohner haben uns gut aufgenommen und sind begeistert, dass junge Menschen gekommen sind und auf traditionelle Weise hier arbeiten. Auch entstand im Ort eine Art Aufbruchstimmung, die sich in zahlreichen neuen Aktivitäten im Dorf zeigt“, sagt Nickles. Für ihn ist aber auch klar, dass diese Art der Landwirtschaft nicht dem wirtschaftlichen Denken unserer Zeit entspricht.

Daher hat es sich die Familie zum Ziel gesetzt, auch den Tourismus im Ort zu forcieren. So ist man dabei, ein Haus für Gäste herzurichten, die mit Lebensmitteln aus der eigenen Landwirtschaft verköstigt werden. 2011 sollen die ersten Gäste einquartiert werden. „Momentan haben wir noch Unterstützung durch unsere Familien, ohne sie wäre ein finanzielles Auskommen nicht möglich“, sagt der Austro-Italiener, der zusätzlich als Naturführer für den Familienunterhalt sorgt.

 

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